Soll man jetzt für Sofortkredite ins Ausland?

Der Schweizer Franken ist so stark wie schon lange nicht mehr. Wäre es da nicht günstiger, einen Sofortkredit im Ausland statt in der Schweiz aufzunehmen, weil man dann die Zinsen in Euro oder Dollar zahlt und diese somit billiger sind? Leider ist das ein Fehlüberlegung: Bei Zinsen ist nicht die Währung, sondern der Zinssatz entscheidend. Ob Sie 12% Zinsen für 10’000 Schweizer Franken, für 9’600 Euro oder für 10’900 US-Dollar zahlen, spielt keine Rolle, denn der Wert ist letzlich derselbe. Oder umgekehrt betrachtet: Für einen Kredit von 10’000 Euro bzw. 10’000 US-Dollar können Sie sich in der Schweiz auch deutlich weniger kaufen als zu Zeiten, als die Nationalbank den Franken-Wechselkurs noch stützte. Natürlich kann es trotzdem Gründe geben, sich nach einem Kreditgeber im Ausland umzusehen. Etwa wenn in gewissen Märkten das Zinsniveau für Konsumkredite allgemein niedriger ist als in der Schweiz. Allerdings muss man sich bewusst sein, dass ein solcher Kreditvertrag in der Regel nach lokalem Recht geschlossen wird und allfällige Rechtsstreitigkeiten im Ausland ausgefochten werden müssen. Insofern sollte man sich vorab gut darüber informieren, welche Risiken man damit eingeht. P.S. Selbstverständlich kann man als Kreditnehmer von den Entwicklungen am Währungsmarkt profitieren: Wer beispielsweise vor einem Jahr (also im Mai 2014) einen Kredit in Euro aufgenommen hat, um im Ausland ein Auto zu erwerben, seinen Lohn aber in Schweizer Franken bezieht, der wird feststellen, dass die Ratenzahlungen sein Bankkonto weniger stark belasten, seit die Schweizerische Nationalbank den Euro-Mindestkurs von CHF 1.20 pro Euro aufgegeben hat. Man muss sich aber bewusst sein, dass sich Wechselkurse auch zum Nachteil eines Kreditnehmers entwickeln können. Jetzt einen Euro-Kredit aufzunehmen und auf einen noch stärkeren...